Im Durchschnitt, so Schneider, habe sich der Jahresverbrauch um 10 bis 15 Prozent reduziert. Gleichzeitig erhöhten sich die Energiekosten jedoch in der gleichen Größenordnung.
„Dem wollen wir gegensteuern, jedoch nicht den Hahn abdrehen. Das geht nur, wenn wir es schaffen, die Wärme effektiver einzusetzen und ein ausgewogenes Verhältnis erreichen.“
Da das subjektive Empfinden der einzelnen Mieter sehr unterschiedlich ist, orientierte man sich in der Vergangenheit an jenen, die ihre Heizungen früher und höher aufdrehten als andere.
Das wollen wir nun auf ein normales Mittelmaß reduzieren, in dem wir uns am normalen Heizverhalten und Empfinden orientieren, um Heizkosten zu sparen. Künftig wird nicht mehr die maximale Menge angeliefert bzw. vorgehalten.“
Das bedeutet aber auch, so der Neues-Leben-Geschäftsführer, dass die Heizanlagen bei kurzzeitigen Temperaturschwankungen nicht mehr komplett anfahren werden, weil dies sehr viel Energie verbraucht.
Die Wärmeversorgung im Wohnquartier „Wasserrenne“ erfolgt über unterirdisch erlaufende Leitungen.
Von zwei Heimstationen in der Robert-Koch-Straße wird für jeweils 30 bis 60 Wohneinheiten Heißwasser an Wärmetauschern bereit gestellt, das dort mit 105 im Winter bzw. 85 Grad Celsius im Sommer ankommt - unter Druck, um es flüssig zu halten.
„Wir arbeiten mit Nachtabsenkung und Außentemperaturfühlern, die von 23 bis 05 Uhr früh sehr verzögert reagieren. Solltes es nach diesem Zeitpunkt immer noch kühl sein bzw. registrieren die Fühler eine nachhaltig gefallenen Temperatur, nimmt die Heizstation ihre Arbeit auf.“
Jens Schneider verwies darauf, „dass die gut gedämmten Gebäudehüllen die Temperatur eine gewisse Zeit halten, so dass kleinere Temperaturschwankungen kaum wahrgenommen werden dürften.“
Weiterhin reagiere die Wohnungsgenossenschaft damit auch auf den zunehmenden Leerstand.
„Die Kosten für leer stehende Wohnungen kommen nicht zur Umlage auf die übrigen Mieter“, widersprach Jens Schneider einem weit verbreiteten Irrglaube. „Diese Kosten werden anteilig nach der Quadratmeterzahl vom Vermieter getragen.“
Wie Schneider betonte, wolle man bewusster mit Energie umgehen. Konkret heißt das, wenn weniger von den Mietern abgefordert wird, wird auch entsprechend weniger vorgehalten.
„Wir reagieren damit auf das geänderte Verbrauchsverhalten der Mieter.“
Wie Jens Schneider berichtete, seien Wohnungsgenossenschaften in anderen Städten bereits dazu übergegangen, im Sommer die Heizungen komplett abzustellen. Die Warmwasserversorgung erfolgt dann mittels Solartechnik.