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Früher war's
Bodehochwasser 1994 PDF Drucken E-Mail
Montag, 22. März 2010

In der Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Hordorf   ist dazu folgendes zu lesen:

„Erste Hochwassermeldungen gab es im Januar und in der zweiten Märzhälfte. Auf Grund anhaltenden Regens am 12.April kam es am 13.April zu einem extremen Hochwasser, bei dem Hordorf total von der Aussenwelt abgeschnitten wurde. Meterhoch standen die Straßen unter Wasser. Selbt die älteren Einwohner konnten sich an ein Hochwasser solchen Ausmaßes nicht erinnern...
Aus den Nachbarkreisen kamen das THW, aus Schöningen und Helmstedt die Feuerwehrbereitschaft zu Hilfe...
... Man spricht von einem traurigem "Jahrhundertereignis" ...“

Hochwasser von 1994

Erinnerungen an die "beinahe" Katastrophe

Die verheerendsten Hochwasser der Bode sind für die Jahre 1539, 1667, 1730, 1740, 1772 und besonders zu Weihnachten 1925 überliefert.
Erst durch die Fertigstellung der Rappbode-Talsperre im Jahre 1959 konnte die Hochwassergefahr gebannt werden.

Trotzdem kam es im Frühjahr 1994 erneut zu einem Hochwasser. In seinen Auswirkungen vielleicht nicht vergleichbar mit jenen vor der Zeit der Rappbode-Talsperre.
 Nach der Schneeschmelze führten die kleinen Bäche im Harz Hochwasser. Die Talsperre war voll. Zu spät hatten die Verantwortlichen begonnen, Wasser abzulassen. Vielleicht hatte niemand mit diesem Ausmaß gerechnet.
Um das Bauwerk nicht zu gefährden, wurde kontrolliert größere Wassermengen als üblich in die darunter liegenden Flüsse – sprich die Bode - abgegeben. Jetzt stand das Wasser in den Niederungen des „Großen Bruch“. Die Kanäle konnten den Zulauf nicht schnell genug ableiten, die Bode trat über ihre Ufer, überflutete angrenzende Äcker und Gärten.

 Zeitweise mussten sogar Strassen gesperrt werden, wie die nach Hordorf. Der Fluss stand an den Brücken bis zur Unterkante. Die Feuerwehr war Tag und Nacht im Einsatz, um die Überflutung des Oscherslebener Umspannwerkes zu verhindern, dass sich zu dieser Zeit noch in der Nähe Bode am Ortsausgang Richtung Großalsleben befand.

< -- Weitere Fotos -- >

    
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 
Kaiser Stromlinienwagen III PDF Drucken E-Mail
Freitag, 16. Oktober 2009
Sportwagen made in Oschersleben   III.
Dreiräder konnten sich nicht gegen Opel P4 und Framo behaupten
Oschersleben.   Im Jahre 1936 wurden zwei neue Typen vorgestellt:
der Typ G mit Ganzmetallcarosserie und veränderter Frontpartie, der Typ H in Sperrholzausführung mit Kunstlederbezug.

Zur Wahl standen Motorisierungen aus dem Hause DKW mit 200, 300 und 500 ccm. Letzterer als Zweizylinder. Alle waren jetzt mit Turbogebläse-Luftkühlung versehen.
Dem Dreiganggetriebe wurde ein Rückwärtsgang spendiert, die Vorderachsen waren schwingend mit Federbeinabstützung.
Zu haben waren die Automobile in den Lackfarben Grau-Grün, Rot und Silber für einen Preis von 1195 bis 1685 Reichsmark.


Produktionshallen übernahmen die AGO-Flugzeugwerke
 Die Dreiräder konnten sich nur schwer gegen die Vierräder Opel P4 der DKW-Reichsklasse ( 1650 RM) und den Framo Piccolo (ca. 1550 RM) behaupten. Dies und die staatliche Typenbereinigung von 1937 führte zur Einstellung der Produktion in Oschersleben. Nach rund 200 Fahrzeugen war Schluss.

1938 mussten die Produktionshallen für die AGO-Flugzeugwerke frei gegeben werden.
Somit war Kaiser gezwungen, sich nach einem neuen Domizil umzusehen, dass er im brandenburgischen Kloster Lehnin fand.

Theodor Kaiser konstruierte ein neues Auto. Von nun an setzte er ebenfalls auf vier Räder.
Auf der breiten Sitzbank fanden drei Personen Platz. Im Heck brachte Kaiser neben einander zwei Ford-Eifel/Taunus-Vierzylindermotoren unter.
Jeder konnte einzeln für sich gestartet und wieder ausgeschaltet werden. Auf der Autobahn brachte es das 1939 fertig gestellte Fahrzeug auf fast 140 km/h.
Orginal Konstruktionszeichnungen des Kaiser Automobils.
 
Kaiser Stromlinienwagen II PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, 26. August 2009
Sportwagen made in Oschersleben   II.
"...das Auto als Ausdruck des unaufhaltsamen Fortschrittes"
Oschersleben.   Zurück in Oscherleben gründete Kaiser Anfang der 30er Jahre in der Moltkestrasse 7/9 (heute Hermann-Krebs-Strasse) die Kaiser Fahrzeugwerke. Auf dem Gelände des Karosserie- und Fahrzeugbau C. Schmidt mietete er Werkhallen an und begann mit der Produktion seiner stromlinienförmigen Dreiräder.
Der zweite Prototyp mit seinem Zyklopenauge an der Frontpartie und den Positionslämpchen an den Kotflügeln rief Erinnerungen an einen kleinen Zeppelin hervor.


Sportliches Fahrzeug mit bis zu 20 PS und 120 km/h
Angetrieben wurde das Fahrzeug zunächst von 1-zylinder-Motorradmotoren. Dabei experimentierte Kaiser noch mit Zwei- oder Viertaktern, die wasser- oder gebläsegekühlt waren.
Der Hubraum reichte von 200 bis 600 ccm mit bis zu 20 PS. Den zweitaktenden DKW-Motoren wurde später der Vorzug gegeben.

Gegenüber dem ersten Prototypen saßen Fahrer und Beifahrer nun nebeneinander in der selbsttragenden, mit Stahlrohr verstärkten Sperrholzcarosserie.
Der Motor befand sich über dem Hinterrad und war durch eine luftdurchlässige, korbartige Abdeckung geschützt.
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Prospektfotos.
Das Fahrzeuge (3,60 m lang und 1,85 m breit ) erreichte – je nach Motorisierung – eine Höchstgeschwindigkeit zwischen 80 und 120 km/h.
Mit 230 bis 265 kg war es sehr leicht, woraus sich ein gutes Leistungsverhältnis ergab.

Angeboten wurde der „Kaiser“ für 980 Reichsmark, was gegenüber der Konkurrenz seinerzeit eher als billig galt.
Nachdem in verschiedenen Fachzeitschriften über das sportlich aussehende und schnelle Gefährt berichtet wurde, wuchs das Interesse an dem in Oschersleben gebauten Dreirad.
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Der Sportwagen erinnert an einen Zeppelin.
Denn auch du, Leser, wirst einst Kraftfahrer sein, wirst es werden müssen
Welchen Symbolwert das Automobil in jener Zeit hatte, ist Beitrag der Zeitschrift „Motor und Sport“ von 1933 ( Heft 6, S.16f. ) zu lesen.
Darin wird das Auto als Ausdruck des unaufhaltsamen Fortschrittes beziehungsweise als Symbol für die „Idee“ des Fortschritts dargestellt, wobei Idee hier offensichtlich verstanden wurde als eine Art Zeitgeist und als historisch vorwärts drängende Kraft:
„Denn der Geist der Zeit schaut weiter als der kleine Geist des Menschen. Die Idee des Kraftfahrzeuges war eine umwälzende und das Gesicht unserer Kultur merklich beeinflussende Tatsache [...]
Denn auch du, Leser, wirst einst Kraftfahrer sein, wirst es werden müssen, wenn du mit der Zeit Schritt halten willst.
Kraftfahrzeug und Idee sind in ständiger Wechselwirkung zueinander. [...]
Noch ist dieser Entwicklungsprozess lange nicht auf seinem Höhepunkt angelangt, noch ist manches ungetan, und schon richten sich die vorsorgenden weisen Blicke des Zeitgeistes neuen, bisher von der Gegenwart kaum geahnten Entwicklungsmöglichkeiten zu...“

Teil   III   lesen Sie demnächst.
 
Wussten Sie schon....? PDF Drucken E-Mail
Dienstag, 4. August 2009
Sportwagen made in Oschersleben   I.
In den 30er Jahren wurden in der Bodestadt Automobile gebaut
Oschersleben.   Wenn sich Oscherslebener Bürger gelegentlich über den Lärm der Motorsport Arena ärgern, vergessen sie dabei, dass Oschersleben in Sachen Motorsport und Automobile eine lange Tradition aufweisen kann, auf die sie Stolz sein können.
Bereits 1959 gründete sich in der Bodestadt ein Motorsportclub, der in diesem Jahr sein 50jähriges Bestehen feiert.

Kaum aber jemand erinnert sich heute noch daran, dass bereits in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts in der Stadt an der Bode Automobile gebaut wurden. Der Kaiser Stromlinien-Sportwagen.
Stromlinien-Dreirad in voller Fahrt
Repros: Prospekt Fahrzeugbau Kaiser, Oschersleben


Drehbare und Kurven ausleuchtende Scheinwerfer
 Dabei war der Konstrukteur Theodor Kaiser in Manchem bereits seiner Zeit weit voraus.
Durch den Einsatz zweier Motoren, die einzeln ein- bzw. ausgeschaltet werden konnten, sollte beispielsweise in Ortschaften Kraftstoff gespart werden.
Und auch die Idee, die Scheinwerfer dem Straßenverlauf folgen zu lassen - eine Innovation mit der heute manche Autohersteller werben - war bereits in einem Prospekt von 1935 zu sehen.

Unter anderem heißt es darin „....Die äußerst widerstandsfähige Holzkarosserie verbunden mit der Teleskopfederung und den die Kurven ausleuchtenden, drehbaren Bosch-Scheinwerfern gestattet sicheres Fahren auch bei schlechten Straßen und Nachts..... Stromlinige Karosse und Radverkleidung gestatten, mit kleinen Motoren – u. geringstem Brennstoffverbrauch – hohe Durchschnittsgeschwindigkeiten zu fahren.“


Das Börde-Journal wird in mehreren Artikeln über den Automobil-Pionier aus der Bodestadt berichten.

 Werfen wir einen Blick zurück.
Der Automobilbau in Oschersleben ist mit einem Namen verbunden: Theodor Kaiser.
Theodor Kaiser, 1906 als Sohn eines Pfarrers in Klein Oschersleben geboren, interessierte sich schon frühzeitig für Motorräder, Autos und alles, was mit Fahren und Fliegen zu tun hatte.

Der junge Mann lernte unter anderem in der Maschinenfabrik Oddesse Oschersleben, bevor er am 18. August 1928 an der Ingenieurschule Bad Sulza als Maschinen- und Flugzeugbau-Ingenieur abschloss.
In den Folgejahren arbeitete Theodor Kaiser in der Rohrbach Metall Flugzeugbau GmbH in Berlin, als Konstrukteur in den Junkers Flugzeugwerken AG Dessau sowie in der Arado Werft in Warnemünde.

In Warnemünde entstand auch der erste Prototyp seiner künftigen Dreiräder. Dabei handelte es sich um ein Tandemsitzer mit 200-ccm-Motorradmotor, der in seiner Form sehr einem Fluggerät ähnelte – allein die Tragflächen fehlten.


Weitere Einzelheiten, Zahlen, Fakten, Fotos und wie es weiter ging mit dem Automobilbau in Oschersleben, lesen Sie demnächst.
Titelblatt eines Prospekts
 
Stadtpark lädt zum Tanz PDF Drucken E-Mail
Montag, 14. Januar 2008
Symphonie-Conzert im Stadtpark
Was sonst noch in der Zeitung stand 

Oschersleben, Januar 1897. Der Oschersleber Stadtpark war seiner Zeit Mittelpunkt des öffentlichen und kulturellen Lebens der Stadt. Hier fanden Konzerte, Vorträge, Versammlungen u.a. statt. Eintrittskarten gab es im Vorverkauf bei den Herren Gebr. Köppel (Buchhandlung) und in der Zigarrenhandlung Hildebrandt für 50 Pf. Im Anschluss an das Conzert war ein Ball angekündigt.

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Dienstag, 29. Januar 1897
Der Flaschenbierverkauf in der Unteren Mauerstraße, Holzauktionen und die Ankündigung der Deckperiode, das waren wichtige Informationen, die im Amtlichen Kreis – Blatt veröffentlicht wurden.
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weiter …
 
 Börde-Journal 
 Sonntag, 5. September 2010