Blauer Dunst
Geraucht wurde schon immer, so lange die Menschen zurück denken können. Rauchen gehört mit zu den religiösen Ritualen, ist in der Kultur verwurzelt.
HALT! Jetzt ist Schluss damit!
Rauchen ist gesundheitsschädlich, gefährlich und wir müssen die Nichtraucher vor dem Qualm schützen.
Nun ja, unsere besorgte Regierung meinte es bestimmt gut mit diesem Gesetz. Für irgend etwas müssen unsere Volksvertreter doch ihr Geld bekommen, müssen sie schon zeigen, dass sie mal ein vernünftiges Gesetz auf den Weg bringen, das nicht gleich wieder an Einwänden verschiedener Verbände und Lobbyisten kippt.
Und wirklich, mit dem Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden und Gaststätten schien man fast alle Fraktionen hinter sich.
Blick zurück:
Während das Rauchen mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert in der alten und der neuen Welt salonfähig wurde, breitete es sich mit der Zigarette in allen Schichten der Gesellschaft aus.
Aus dem Raucher, der mit seiner Zigarre oder Pfeife noch ein Statussymbol verband, wurde langsam der Raucher, der seinen Platz im alltäglichen Leben fand. Daraus entwickelte sich eine ganze Industrie, die dem steigenden Konsum gerecht werden musste und wollte. Denn schließlich gab es genug zu verdienen.
Und, wie so oft, wenn der Staat meinte, eine lukrative Einnahmequelle entdeckt zu haben, erhob er Steuern.
Ja was nun, Steuern oder keine Steuern?
Je mehr die Leute rauchten, desto mehr sprudelte die Quelle.
Doch dem nicht genug, man wollte mehr und so kam es , dass die Abgaben sukzessiv erhöht wurden. Der Herstellungspreis für eine Zigarettenschachtel beträgt nur ein Minimum dessen, was der Raucher dafür bezahlt.
In den zurück liegenden Jahren verteuerte sich der Preis dafür um mehr als das Doppelte.
Irgendwann wurde festgestellt, dass Rauchen gesundheitsschädlich ist. Die steigenden Kosten der daraus resultierenden Krankheiten sollte bitteschön der Raucher selbst tragen, und alle anderen sollten zudem vor den Qualmern geschützt werden.
Steuern hin oder her, der Staat musste handeln!
Seit vergangenem Jahr ist es also beschlossene Sache, das Gesetz zum Schutz der Nichtraucher, das am 1. Januar 2007 auch in Sachsen-Anhalt in Kraft trat.
Während in Schulen, auf Bahnhöfen und in öffentlichen Gebäuden Rauchverbot gilt, besteht für Gaststätten noch eine Übergangsfrist. Gastwirte haben bis Jahresmitte Zeit sich darauf einzustellen.
Die Einrichtung eines separaten Raumes für all jene, die nicht auf ihren Glimmstengel verzichten wollen oder können, ist eine mögliche Variante, kommt jedoch nicht für alle in Frage.